Adventskranz

Adventskranz

In Einkaufszentren, in vielen Wohnungen und wohl in allen Kirchen begegnet uns ab dem Ersten Advent der Adventskranz. Der Kranz ist seit sehr früher Zeit ein Zeichen des Sieges. Olympische Spieler bekamen einen Siegeskranz umgehängt. Als christliches Symbol will er uns darauf hinweisen, dass wir als Christen unterwegs sind und uns am Ziel ein Siegeskranz, oder "eine Krone des Lebens" verheißen ist. (Offenbarung des Johannes 2,10)

Der Adventskranz hat seinen Ursprung im "Rauhen Haus" in Hamburg. Johann Hinrich Wichern, der Gründer des gleichnamigen Kinderheims, hängte erstmals im Jahr 1839 im dortigen Andachtsraum einen Adventskranz auf. Dieser Kranz war mit 23 Kerzen (19 kleinen und vier großen) bestückt. An jedem Tag wurde eine biblische Verheißung gelesen und eine weitere Kerze angezündet, so dass zuletzt alle 23 Kerzen als Strahlenkranz leuchteten. So wurde die Fülle göttlicher Verheißungen veranschaulicht. Der erste Adventskranz war also die frühe Form eines Adventskalenders. Auch die Adventskalender, wollen uns zum großen Fest hinführen und täglich mit einer kleinen Überraschung (einem Bild, einem guten Wort oder einer Süßigkeit) erfreuen.

Der erste Adventskranz war ein großer Holzkranz. Erst 1860 wurde er mit Tannenzweigen verziert. Er unterreicht die adventliche Erwartung des Heilshandeln Gottes, wie es beim Propheten Sacharja heißt: "Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer".

Erst am Heilig Abend wurden ursprünglich die Kerzen am geschmückte Christbaum entzündet. Die Zeit der Erwartung und Vorbereitung wurde gekrönt mit dem Fest der Geburt des Erlösers.

Aus der ursprünglich stillen Adventszeit allerdings ist eine laute Vorweihnachtszeit geworden. Es könnte schon ein Gewinn sein, wenn es uns in der Adventszeit gelänge, jeden Tag einmal für wenigstens 10 Minuten inne zu halten, eine Kerze zu entzünden etwa folgende Fragen zu bedenken: Was ist mir wichtig? Wofür kann ich heute dankbar sein? Worüber konnte ich mich freuen? Wem könnte ich heute eine kleine Freude bereiten? Für wen möchte ich beten? Die Adventszeit soll ja dazu dienen, dass unser Leben wieder mehr Tiefgang bekommt und wir Gott ein Stück näher kommen. So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit.

Ihr Pfarrer Ernst Schwab