Christinnen und Christen sind Inselbewohner
Liebe Leserinnen und Leser,
die Urlaubszeit steht vor der Tür. Fremde Länder und Landschaften, Berge und Täler, Wiesen und Wälder, Strände und Inseln locken das Entspannung und Erlebnis, Ruhe und Abenteuer suchende Gemüt. In dieses Urlaubs- und Freizeitsklima hinein möchte ich Ihnen heute sagen: „Christen sind Inselbewohner!“» mehr
Ja: Christinnen und Christen sind Inselbewohner, Insulanerinnen und Insulaner also.
Da werden die Briten sofort protestieren und sagen: „Wir sind die wahrhaftigen Insulaner Europas. Wir sind stolz auf der Insel zu wohnen. Es kann doch nicht angehen, dass sich jeder Christ als Insulaner bezeichnet. Jeder kann doch sehen, dass bei uns selbst das Pressewesen etwas Besonderes ist.“
Gegen das letzte ist wenig zu sagen, aber gegen den Anspruch des Monopols auf das Inselleben schon. Denn: Mitten im Meer der Zeit, kennen Christinnen und Christen Inseln der Seligkeit. Zum Beispiel die wunderbare Insel des Sabbats, der Zeit nur für Gott – ohne irgendetwas verzweckt tun und nur ein Kind Gottes sein zu dürfen, ist das eine Paradiesinsel. Oder ein anders Beispiel: die Insel des Wortes Gottes im Meer all des Wortschrottes der Welt. Oder die Insel der ewigen Liebe: Auf ihr weiß sich die Seele ohne Wenn und Aber geliebt, angenommen und wertgeschätzt von Gott. Oder die erholsamen Inseln der Vergebung, des Versöhnens und des Verzeihens im gnadenlosen Meer des Berechnens, Kalkulierens und Bilanzierens unserer Welt.
Eine wunderbare Inselkette bewohnen also Christinnen und Christen.
Und das Beste an diesen Inseln ist: Man braucht keinen Flieger.
Pfarrer Dr. Johannes Wachowski, Pfarrer in Wernsbach