Geöffnet - Gedanken zum Advent

Adventskranz


Wem ist das noch nicht passiert? Ich ziehe die Haustür hinter mir zu und jetzt wird mir schlagartig bewusst, ich habe keinen Schlüssel dabei. Wie erleichtert bin ich, wenn dann noch jemand zu Hause ist, der mir die Tür von innen wieder öffnet. Oder ich will noch schnell etwas erledigen und das Amt oder das Geschäft hat geschlossen. Der Weg war umsonst. Oder ein letztes Beispiel: Nach einer längeren anstrengenden Wanderung in den Bergen komme ich an einer Hütte vorbei.Wie erleichtert bin ich, als ich an der Tür das Schild hängen sehe: Geöffnet.

Auch im übertragenen Sinn gibt es dies, dass jemand zum Beispiel auf der Suche nach einem Arbeitsplatz erleichtert sagen kann, da hat sich mir eine Tür aufgetan. Offene Türen erschließen uns neue Lebensräume. Eines unserer bekanntesten Adventslieder lautet: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit...“ Georg Weissel hat es in Anlehnung an den 24. Psalm gedichtet.

Advent ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Und es geht hier nicht darum, möglichst viele Weihnachtsgeschenke zu kaufen, sondern die Herzenstür für den „König der Ehren“ zu öffnen. Nicht nur einen Spalt breit, sondern so weit wie möglich. Wir könnten auch sagen, mit ausgebreiteten Armen sollen wir dem Sohn Gottes einen herzlichen Empfang bereiten.

Viele haben einen Adventskranz in ihrem Wohnzimmer.Übrigens der 1.Adventskranz war das Vormodell unserer heute so vielgestaltigen Adventskalender. Es könnte uns gut tun, in der Adventszeit jeden Tag eine bzw. zwei oder drei Kerzen anzuzünden, inne zu halten, ein Adventslied zu singen oder zu lesen, oder einen Psalm.

Im Evangelischen Gesangbuch findet sich unter der Nr.723 ein Vorschlag für eine Adventsandacht.

Noch schöner ist es, wenn man so eine Andacht mit anderen zusammen feiern kann.Der letzte Vers des oben genanntes Liedes ist ein Gebet und lautet:„Komm,o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein Heilger Geist uns für uns leit, den Weg zur ewgen Seligkeit.Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.“

Ernst Schwab, Pfarrer im Bezirksklinikum