Das "glückliche Ende"!

Ein Junge, Einzelkind, soll einen Hund als Gefährten bekommen. Zusammen mit seinem Vater darf er sich beim Züchter den Hund selbst aussuchen. Vater und Sohn betrachten den Wurf Welpen, und der Vater fragt ihn, welchen von den kleinen Hunden er möchte. Der Junge schaut lange die durcheinander purzelnden Kleinen an und deutet schließlich auf einen Hund mit besonders heftig wedelndem Schwanz und sagt: "Diesen da mit dem glücklichen Ende!" - Nun, jeder Mensch hat Sehnsucht nach einem glücklichen Leben und wartet auf ein glückliches Ende seiner Träume und Erwartungen. Auch wenn das Jahr schon nicht mehr ganz neu ist, so haben wir, wenn wir noch nicht ganz vom Leben ernüchtert sind, manche Hoffnungen, Träume vom Glücklich- oder zumindest Zufriedensein.

Aber wie viele Träume sind im Leben schon geplatzt und wie viele Hoffnungen an Enttäuschungen gestorben. Gegen die Sehnsucht vom glücklichen Ende steht die Erfahrung vom dicken Ende: "Das dicke Ende kommt zuletzt!" Da schleicht sich die Angst in das Leben ein, und die Befürchtung macht sich breit, das Leben könnte scheitern und am Ende zerbrechen. Die Bibel aber gibt uns einen guten Rat für diesen Zwiespalt von Glückserwartung und Schmerzerfahrung: "Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an!" (Psalm 73, 23-24) Das ist viel mehr als eine heroische Haltung, das ist ein echter Halt im Leben.

"Nimm das Leben nicht so ernst, denn du kommst ja am Ende doch nicht lebend davon!" Das sagen die Oberflächlichen und nennen es Lebenskunst. "Nimm Gottes Liebe ganz ernst, und du kommst am Ende lebend davon!" sagen die Klugen und nennen es Glaubensweisheit. Wenn wir es ganz recht und nüchtern bedenken, dann leben wir alle von dieser Liebe Gottes, die uns zu sich ziehen will. Deshalb ist er persönlich in seinem Sohn Jesus Christus zu uns gekommen, hat unsere Tiefen durchlitten bis in den Tod, und ist auferstanden und lebt und wartet dort in Gottes Welt auf uns. An ihm können wir uns festhalten, weil er uns hält.

Diesen Halt wünsche ich Ihnen!
Ihr Dirk Brandenberg, Pfarrer an St. Johannis, Ansbach