
„Synode vor Ort“
Weitere Informationen zu den fünf Begegnungsorten der „Kirche vor Ort“
Die Tagung der Landessynode vom 18. bis 22. März in Ansbach startet dezentral. Gemäß ihres Mottos „Kirche vor Ort“ besuchen die Synodalen vor dem Eröffnungsgottesdienst fünf ausgewählte Kirchengemeinden des Dekanats Ansbach und informieren sich dort über die Kirchengemeinden in ihren jeweiligen gesellschaftliche Kontexten und mit ihren besonderen Arbeitsbereichen.
Mit dem Besuch in Meinhardswinden wird ein Besuch im Gefängnis Ansbachs verbunden. Die Kirchengemeinde Meinhardswinden ist vor rund 50 Jahren in einer Neubausiedlung der Stadt Ansbach entstanden. Einerseits können die Synodalen hier eine auf bewusste Frömmigkeit ausgerichtete Gemeinde kennen lernen, andererseits eine Gemeindearbeit, die durch soziale Probleme gekennzeichnet ist. Das Gefängnis in Ansbach ist eine verhältnismäßig kleine JVA. Die Leitung der Einrichtung legt großen Wert auf die Gefangenenseelsorge, die durch den Gemeindepfarrer aus Meinhardswinden nebenamtlich wahrgenommen wird.
Der Besuch der Kirchengemeinde Sachsbach ist mit dem Besuch der Sozialstation in Bechhofen verbunden.
Sachsbach ist eine dörfliche Kirchengemeinde mit 293 Gemeindegliedern, die in drei Ortschaften wohnen. Die bäuerliche Prägung ist noch vorhanden, auch wenn viele Gemeindeglieder als Pendler außerhalb ihrer Wohngemeinde arbeiten. Die Dorfgemeinschaft ist intakt, die Zugehörigkeit zur evangelischen. Kirchengemeinde ist selbstverständlich. Jedes Kind wird evangelisch getauft, auch in „konfessionsverbindenden Ehen“.
Die Sozialstation Bechhofen erstreckt sich auf ein Gebiet mit ca. 40.000 Einwohnern. Achtzehn evangelische Diakonievereine und katholische Krankenpflegevereine tragen gemeinsam seit 25 Jahren den ambulanten Pflegedienst, unterstützt von allen politischen Gemeinden. In den letzten Jahren wurde das Angebot ausgebaut: Hospizarbeit, Angehörigenbetreuung und die „Roggastum“ für Demenzkranke kam neu hinzu.

Der Besuch der Friedenskirche in Ansbach wird mit dem Besuch des Bezirkskrankenhauses gekoppelt. Im Westen von Ansbach wurde in den 60er Jahren die Friedenskirche gebaut. Ca. 3200 Gemeindeglieder gehören heute zur Gemeinde. Viele Gruppen und Kreise, nicht nur traditionelle, prägen das Gemeindeleben.
Das Bezirkskrankenhaus ist eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, bei der die Krankenhausseelsorge von besonderer Bedeutung ist.
Der Besuch der Kirchengemeinde Brodswinden ist mit einem Ortstermin bei der Firma „Bosch“ verbunden.
Brodswinden war noch vor 60 Jahren ein kleineres Dorf mit ländlicher Prägung. Durch rege Siedlungstätigkeit und vor allem durch ein großes Industriegebiet ist Brodswinden gewachsen. Die Bosch AG hat ihr ehemals in der Innenstadt Ansbach liegendes Fabrikgebiet nach Brodswinden ausgesiedelt. Hier werden hochwertige elektronische Bauteile u.a. für die Automobilindustrie produziert.
Und schließlich wird mit einem Besuch der Wernsbach Kirchengemeinde das Thema „Kirche und Strukturwandel auf dem Land“ in den Blick genommen.
Wernsbach ist „nur“ noch eine halbe Pfarrstelle. Weniger als 500 Gemeindeglieder verteilen sich auf viele Dörfer, die allerdings besonders treu zu „ihrer“ Kirche halten. Die Umbrüche im ländlichen Raum sind in Wernsbach besonders deutlich wahrnehmbar. Hier werden zwei Bauernhöfe besucht und mit Vertretern ländlicher Organisationen gesprochen werden.
Die Synodalen fahren um 14 Uhr mit dem Bus vom Gemeindehaus in der Triesdorfer Straße zu den jeweiligen Begegnungsorten. Gegen 17 Uhr kehren sie dann zurück, damit sie dann um 18 Uhr am Eröffnungsgottesdienst teilzunehmen können.