Gedanken zum Jahresanfang 2009

Jahreslosung 2008

Liebe Leserinnen und Leser !
Ein Jahreswechsel ist immer verbunden mit ganz unterschiedlichen Stimmungslagen. Auf der einen Seite gibt es große Hoffnungen. 365 neue Tage liegen vor uns, 365 neue Chancen. Frau und Mann nehmen sich vor, vieles besser zu machen, bewusster zu leben.

Auf der anderen Seite herrscht Unsicherheit und sogar Angst. Zum Wort des vergangenen Jahres 2008 wurde "Finanzkrise" gewählt. Wir alle erlebten, wie schnell verantwortungsloses, egoistisches und unmoralisches Handeln die Welt an den Rand des Zusammenbruchs brachte.

Was kommt im neuen Jahr auf uns zu? Haben wir im Fluss der Zeiten einen Halt? Als Christen können wir diese Frage mit "Ja!" beantworten. Nicht weil wir so stark oder fromm sind, sondern weil wir unserem Gott alle Wege anbefehlen können. Der Beter im Psalm 37 macht das mit folgenden Worten: "Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen!" (Psalm 37,5). Als Weggenosse will Gott uns durch das neue Jahr begleiten. Nicht als ein Gott von oben, weit weg, sondern als ein Gott, der mit uns zieht. Das heißt nicht, dass es immer leicht wird. Es heißt auch nicht, dass alles gelingt. Vertrauen dürfen wir aber, dass Gott gegenwärtig ist, wenn wir seine Wegweisung brauchen. Dass er unsere Gebete hört, in denen wir ihm alles anbefehlen, was uns an Gutem und Schweren bewegt. Dass wir durch die Begleitung von Menschen an unserer Seite Hilfe, Rat und Trost erhalten. Aber auch selbst für die da sind, die unseren Beistand brauchen. Im Feiern des Gottesdienstes werden wir immer wieder erinnert an die Wahrheiten, die uns auch im Auf und Ab des Jahres 2009 tragen.

In schweren Zeiten seines Lebens hat Dietrich Bonhoeffer dieses Wissen um Gottes Nähe auf allen Lebenswegen so zum Ausdruck gebracht:

"Von guten Mächten treu und still umgeben
Behütet und getröstet wunderbar
So will ich diese Tage mit euch leben
Und mit euch gehen in ein neues Jahr!"

So wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr 2009!

Ihr Hans Stiegler, Dekan