Nikolaus

"Lasst uns froh und munter sein und uns in dem Herrn erfreun. Lustig, lustig, traleralera, bald ist Nikolausabend da."So singen viele Kinder in diesen Tagen in den Kindergärten und bei manchen Eltern werden Kindheitserinnerungen wach. Der Weihnachtsmann begegnet uns in den Einkaufszentren auf Schritt und Tritt: um die Kinder zu erfreuen und bei den Eltern die Kauflust zu steigern.
Die Kirche erinnert in diesen Tagen und am Nikolaustag nicht an den Weihnachtsmann, den die Coca-Cola-Werbung erfunden hat. Die Kirche erinnert in der Adventszeit und dann am Nikolaustag an einen Heiligen: an den Bischof Nikolaus von Myra.
Myra liegt in Kleinasien, der heutigen Türkei. Nikolaus lebte dort in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts. Würde er heute noch leben, wäre er ein Türke. Er war der Sohn reicher Eltern. Nach ihrem Tod erbte er ihren ganzen Besitz. Er verschenkte alles und trat in ein Kloster ein. Später wurde er zum Bischof von Myra gewählt. Auch als Bischof behielt er die Armen im Blick. So soll er goldene Kirchengeräte verkauft haben, um Kindern das Leben zu retten und sie vor Hunger und Versklavung zu bewahren. Deshalb gilt er als Nothelfer und Patron der Kinder. In manchen Familien stellen Kinder Schuhe vor die Tür, die der gute Nikolaus "über Nacht" mit Süßigkeiten füllt.
Gut, wenn uns der heilige Nikolaus motiviert, Kindern Freude zu bereiten. Gut, wenn wir dabei nicht nur an die eigenen Kinder denken, sondern auch an die Vielen in den armen Ländern, an die Kinder in den Kriegs- und Notstandsgebieten. Gut, wenn uns Nikolaus dazu anregt, die Ärmsten der Armen nicht zu vergessen. Gut, wenn auch Kinder diesen Heiligen schon als Vorbild für sich entdecken.
Ernst Schwab, Klinikseelsorger am Bezirksklinikum Ansbach