Pfingsten

Wenn ein Mitmensch etwas unbegreiflich schreckliches getan hat, fällt manchmal der Satz: "Der ist von allen guten Geistern verlassen." Wenn wir uns ehrlich selbst beobachten wissen wir, welch unterschiedliche Geister uns beeinflussen und oft verwirren. Manchmal ist es ein Geist des Neides, dann ein Geist der Eifersucht, dann ein Geist der Angst, der Hoffnungslosigkeit oder auch des Hasses.

Gottes guter Geist wird im Neuen Testament auch als Beistand und Tröster bezeichnet. Dieser Heilige Geist will und kann unsere Hoffnungslosigkeit überwinden und uns Hoffnung und Mut geben. Er will und kann Angst überwinden und uns Vertrauen in seine Güte schenken. Er führt uns zu der Gewissheit, geliebte Kinder Gottes zu sein.

Im Brief an die Römer schreibt Paulus:
Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne und Töchter. Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir, wenn wir beten: "Abba, lieber Vater!" Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind. Wenn wir aber Kinder sind, sind wir auch Erben - Erben Gottes und Miterben mit Christus. (Röm 8,14-17) (Neue Genfer Übersetzung)

An Pfingsten, wörtlich "der fünfzigste Tag" nach Ostern, wird in der Kirche die Ausgießung des Heiligen Geistes gefeiert. In der Bibel, (Apostelgeschichte 2) wird erzählt, wie der Heilige Geist die Jünger verwandelte, so dass sie Feuer und Flamme waren, voll begeistert von den großen Taten Gottes.

Was gibt es an Pfingsten wichtigeres, als die Nähe Gottes zu suchen und um das Geschenk seines Heilgen Geistes zu bitten? Diese Welt braucht Menschen, die von seinem guten Geist beseelt sind.

Pfr. Ernst Schwab, Klinikseelsorger am Bezirksklinikum