"Kirche für Stadt und Land": Visitation der City-Kirchen Ansbachs

Weißwurstessen mit Bürgermeistern und dem Landrat - Baustellentour durch den Norden des Dekanatsbezirks - Konzert in der Friedenskirche für alle Mitarbeiter der Diakonie



Am vierten Tag ging es ins Herz Ansbachs. Auf der Tagesordnung stand ein Gespräch mit den Pfarrern der Ansbacher Innenstadtkirchen. Die Vertreter der nur 115 Meter entfernten Kirchen St. Johannis und St. Gumbertus trafen sich mit dem Regionalbischof Helmut Völkel in den Gemeinderäumen im Behringer Hof. Das Selbstverständnis beider Kirchengemeinden formulieren die Pfarrer unter dem Begriff "Ansbacher Doppelherz": Die beiden Kirchen seien wie zwei Herzkammern eines Herzens. Beide schlugen für das geistliche Leben der Ansbacher Innenstadt, so der Dekan Hans Stiegler. Im Gespräch wurde sehr deutlich, dass es zwar schon einige Felder geglückter und erfolgreicher Kooperationsarbeit gibt, dass aber für die Entwicklung eines differenzierten und integrierten Innenstadtkirchenkonzeptes noch viele Zeit nötig ist, und eine gehörige Wegstecke noch vor den Gemeinden liegt.

"Nach dem Auszug aus Gumbertus ging es zu den Fleischtöpfen Ägyptens", formulierte ein Delegationsteilnehmer, denn es stand nun ein politisches Weißwurstessen mit dem Landrat Rudolf Schwemmbauer, dem Oberbürgermeister Ansbach, Ralf Felber, und den 13 Bürgermeistern des Dekanatsbezirks Ansbach auf der vormittäglichen Tagesordnung. Landrat Schwemmbauer lobte die innovative Begegnungsform von Staat und Kirche in Gestalt eines Weißwurstessen und könnte sich vorstellen, so etwas auch zu institutionalisieren.

Visitation 2008: Bild zoomen Visitation 2008: Bild zoomen Visitation 2008: Bild zoomen Visitation 2008: Bild zoomen
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In einer ersten, sehr persönlichen Runde bat der Regionalbischof um eine offenes und individuelles Statement zu der Frage: Was bedeutet mir "Kirche vor Ort" - wie erlebe ich sie und wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus? Die verschiedenen Antworten ließen die Felder traditioneller Kooperation von Staat und Kirche in einem sehr positiven Licht erscheinen: In Bezug auf Kindergartenfragen, in Bezug auf Fragen der Friedhofverwaltung, in Bezug auf die klassischen diakonischen Felder und im Bezug auf die Fragen des Werteengagement wurde ein sehr gutes Miteinander von beiden Seiten festgestellt. Besonders beeindruckend war die selbstverständliche ökumenische Einstellung der Bürgermeister und deren zum Teil auch sehr engagierte Mitarbeit in und für die Kirchengemeinden. Desiderate gibt es für einige Bürgermeister in einem intensiveren gemeinsamen Engagement in Bezug auf die Fragen von Seniorenbetreuung und Seniorenwohnheimen.

Zwei Schlussworte von Landrat Schwemmbauer und Regionalbischof Völkel rundeten das dialogisch-lukullische Erlebnis zwischen Staat und Kirche ab. Der Landrat meinte: "Es liegt immer an den Personen. Sie müssen aufeinander zugehen. Dann funktioniert das Leben vor Ort." Und der Bischof versicherte im Bezug auf die Frage nach der Zukunft von kleinen Kirchengemeinden im ländlichen Raum: "Die Mitgliederzahl kann nicht das einzige Kriterium für den Bestand einer Kirchengemeinde sein." Auch geistliches Leben ist eben nicht einfach zu arithmetisieren. Doxologisch klang das schöne Treffen aus: Der Teil des anwesendenden Bürgermeisterchors sang mit der Visitationsdelegation des Regionalbischofs: "Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehre."

Am Nachmittag begab sich Regionalbischof Völkel dann auf eine Rundfahrt zu den Baustellen von Kirchengemeinden im Norden des Dekanatsbezirks.

Am Abend fand dann ein Konzert um 19.30 Uhr in der Ansbacher Friedenskirche statt. Das Konzert war ein Dankeschön und ein Zeichen der Wertschätzung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Diakonie in Stadt und Land.

» Ablauf der Visitation (PDF)