Positive Bilanz der "Woche der Brüderlichkeit"
Die Veranstalter der "Woche der Brüderlichkeit" ziehen ein positives Resümee: Johannes Gerster begeisterte mit seinem differenzierten Eröffnungsvortrag - Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Begegnung mit dem Judentum - Kultur prägte den Donnerstag und den Samstag Abend - Begegnung mit der Geschichte des Ansbacher Judentums in der Synagoge und auf dem Friedhof.

Begegnung mit der jüdischen Gemeinde Würzburg
Die Veranstalter der "Woche der Brüderlichkeit" ziehen ein positives Resümee. Vielfältig und facettenreich wurde an die Gemeinsamkeiten von Juden- und Christen und deren Geschichte erinnert und darüber informiert. In Kommen und Gehen begegneten die Teilnehmer der Woche der Brüderlichkeit dem Judentum.
In der Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin Carda Seidel begeisterte Dr. Johannes Gerster mit einem differenzierten und leidenschaftlichen Vortrag über die Bedingungen und Möglichkeiten des Friedensprozesses in Israel.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Begegnung mit dem lebendigen Judentum. Lea Fleischmann kam aus Jerusalem nach Ansbach. Sie las aus ihrem Buch über den Schabbat und betonte unter anderem dessen Aktualität: Die heilsam therapeutische Zeitlichkeit des Schabbats stehe im Kontrast zur Betriebsamkeit und Hektik einer ökonomisierten und monitarisierten Welt.
40 Teilnehmer an der Studienfahrt nach Würzburg am Mittwoch informierten sich über die jüdische Religion im neuen Museum "Shalom Europa" sowie im jüdischen Gemeindezentrum und der Synagoge. Das gesamte Ensemble wurde im Oktober 2006 eingeweiht. Beeindruckend war zudem die Darstellung der reichhaltigen jüdischen Geschichte in Würzburg und Unterfranken seit dem 12. Jahrhundert, so der Leiter des Evangelischen Bildungswerkes Bernhard Meier-Hüttel. Regina Kon vom Gemeindevorstand der jüdischen Gemeinde Würzburgs schilderte die Entwicklung der aufblühenden Gemeinde mit ihren 1.100 Mitgliedern und deren großen ehrenamtlichen Einsatz für die Kinder- und Jugendarbeit und die Integration der russischen Kontingentflüchtlinge.
Am Donnerstag stand dann eine besondere Art und Weise des Erinnerns und der Begegnung mit der jüdischen Tradition auf dem Programm der Woche der Brüderlichkeit. In den Kammerspielen fand ein "umjubeltes Konzert" (FLZ) der Gruppe "Klezzmates" statt.
Am Freitag gab es eine weitere Autorenlesung. Vor mehr als 50 Zuhörer fand im Kunsthaus die Lesung der ausgewiesenen Berliner Nahostkennerin Dr. Sylke Tempel aus ihrem Israel-Buch (erschienen 2008) statt. Sie überzeugte auch durch ihre fundierten Stellungnahmen zur aktuellen politischen Situation in Israel. Erstmals wurde diese Veranstaltung musikalisch von sieben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Carolinum unter Leitung von Pfarrer Michael Degenkolb begleitet. Die gekonnte Darbietung jüdischer Lieder mit Gesang und Instrumenten wurde von den Zuhörern mit viel Beifall bedacht.
Die Veranstalter der Woche der Brüderlichkeit sind sehr froh, dass die Zusammenarbeit mit dem Ansbacher Theater auch in diesem Jahr fortgesetzt wurde. Vor ausverkauftem Haus gab es eine bemerkenswerte Aufführung des Theaterstückes von Roland Topor "Ein Winter unterm Tisch", so der Ansbacher Intendant, Jürgen Eick.
Die Begegnung mit der Geschichte des Ansbacher Judentums wurde von Alexander Biernoth organisiert und durchgeführt. Im Laufe der vergangenen Woche gab es sieben Führungen für Schulklassen. Am Tag der "Offenen Synagoge waren in der Zeit von 10 bis 12 Uhr rund 50 Interessierte in der Synagoge und haben die Gelegenheit genutzt, sich über die Vergangenheit der Ansbacher jüdischen Gemeinde zu informieren und näheres zur jüdischen Kultur zu erfahren. Die Friedhofs-Führung findet am Sonntagvormittag statt.
Der Koordinator der Woche der Brüderlichkeit, Johannes Wachowski, zeiht folgendes Fazit: "Wir haben unsere Ziele erreicht. Wir haben an die Verbundenheit mit dem jüdischen Volk und dessen Lebendigkeit erinnert. Wir haben geschichtlich, theologisch und aktuell informiert. Und wir haben die Menschen durch eher theologisch-nachdenkliche oder mehr kulturell-besinnliche Begegnungen spirituell erfreut und bereichert."